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Warum wir lieber nach Selbstmitgefühl als nach Selbstwert streben sollten

Ein Tasse

„Ich wünsche mir mehr Selbstwert für mich.“ Der Wunsch und das Streben nach mehr Selbstwert FÜR uns und IN uns ist vermutlich eines der wichtigsten Entwicklungsziele von uns Menschen. Tausende von Ratgeberbüchern und das Internet sind voll von Tipps, Tricks, Routinen und noch mehr Schritten „wie Du Deinen Selbstwert steigern kannst, um endlich glücklich und zufrieden mit Dir und Deinem Leben zu sein.“

Die Grenzen des Selbstwertstrebens

Speziell in unserem westlichen Kulturkreis – und ganz speziell im deutschsprachigen Raum – ist ein Mensch etwas wert, wenn er bestimmte, angesehen Eigenschaften hat. Wenn diese Person im Vergleich mit anderen Menschen gut abschneidet, viel leistet, gut „performt“, viel Erfolg hat, viel körperliche Attraktivität und was sonst noch so alles dazu gehört um im Außen zu glänzen und von anderen wertgeschätzt und bewundert zu werden. Viel Selbstwert ist in unserer Kultur auch eng mit materiellem Besitz verbunden. Eine Person, die vieles davon vorweisen kann ist vermutlich ganz zufrieden mit sich und wird vermutlich von sich behaupten können, dass ihr Selbstwertempfinden – sagen wir mal gut gepolstert ist. Etwas überspitzt könnte man auch sagen „wenn die anderen mich toll finden, ist es kein Problem für mich, mich auch toll zu finden“.

Warum Selbstfreundlichkeit und Selbstmitgefühl wichtiger sind als Selbstwert

Selbstfreundlichkeit und Selbstmitgefühl bei sich zu kultivieren macht uns unabhängig. Unabhängig von den Meinungen anderer. Wir brauchen dann weniger Außen das uns sagt, dass wir ein wertvoller und liebenswerter Mensch sind. Wir sind in der Lage uns selbst mit dieser Haltung zu begegnen – und damit übrigens auch anderen. Quasi eine Win-Win Situation. Das bedeutet nicht, dass wir alle es nicht mögen und auch brauchen, wenn uns unser Umfeld mit Wertschätzung begegnet und uns das ab und an auch mal gesagt wird – keinesfalls! Mit einer Haltung der Selbstfreundlichkeit uns selbst gegenüber machen wir uns jedoch unabhängig von Vergleichen und Urteilen im Außen und davon, ob uns andere nun toll finden oder nicht.
Dabei müssen wir nicht alles an uns gut finden. Es geht nicht darum zu uns selbst zu sagen, dass alles an uns toll ist. Wir alle besitzen (Charakter) Eigenschaften die wir an uns doof finden. Wir haben einen schiefen Zahn, krumme Zehen oder eine große Nase. Das Meiste davon ist uns in die Wiege gelegt. Es wäre ein Meilenstein, wenn wir uns dafür nicht noch selbst verurteilen, sondern wenn wir uns zunächst einmal erlauben würden so zu sein wie wir sind. Und aus dieser Haltung heraus können wir uns trotzdem auf den Weg machen das zu ändern, was uns im Leben hinderlich ist.

Die Bedeutung von Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl bedeutet nichts anderes, als eine Haltung der Rücksichtnahme, des achtsamen Umgangs und des Mitgefühls für die eigene Person zu kultivieren. Klingt toll. Ist es auch. Aber es ist auch richtig mühsam. Es ist ein ständiger Prozess, ein Dranbleiben. Ein sich selbst immer wieder einzufangen, ein zurückpfeifen, wenn der innere Kritiker mal wieder zügellos davon galoppiert. Dann sollten wir ihn freundlich aber bestimmt in die Schranken weisen. Und seien wir ehrlich: Diesen Typen kennen wir zur Genüge. Er ist unser täglicher Begleiter.

Aber ist gerade das Streben nach mehr Selbstwert nicht auch eine Art „Schönwetterkonzept?“ Solange alles rund läuft ist alles „supidupi“. Was aber, wenn wir das, worüber wir lange Zeit unseren persönlichen Wert definiert haben, nicht mehr in vollem Umfang leisten können? Wenn der Job das nicht mehr bringt, wenn wir den Sport nicht mehr ausüben können, wenn unser jugendlich-attraktiver Körper altert? Dann mutiert das Konzept des Selbtswert-Strebens ganz schnell zur Mogelpackung. Was bleibt dann noch?

Erste Schritte, wie Du Selbstfreundlichkeit und Selbstmitgefühl üben kannst

  1. Am Anfang steht die Erkenntnis darüber, wofür Du Dich immer wieder kritisierst. Welche (meist verurteilenden) inneren Sätze sagst Du zu Dir selbst?
    Hilfreich ist, wenn Du Dir Deine inneren Sätze einmal aufschreibst. Wie sprichst Du selbst mit Dir? Welche Sätze wiederholen sich ständig?
  2. Was erzeugt dieser innere Dialog für Gefühle, für Emotionen? Wut, Ärger, Scham, Neid, Eifersucht….
    Nimm Dir Zeit dafür und Ruhe. Geh wie Dein eigener Detektiv auf Gefühlssuche.
  3. Stell Dir vor, eine Dir nahe stehende Person würde sich Dir mit genau dem belasteten Thema / Situation anvertrauen, für die Du Dich immer wieder oder gerade kritisiert, oder sogar verurteilst. Manchen Menschen hilft es auch, sich als Kind vorzustellen mit genau dieser Schwierigkeit. Wie würdest Du mit dieser Person / diesem Kind sprechen? So wie Du mit Dir selbst sprichst? Wohl kaum. Was würdest Du stattdessen sagen? Wie würdest Du Dich verhalten? Welche Wort würdest Du nutzen? Auch diese Sätze kannst Du Dir notieren und sie denen gegenüber stellen, die Du Dir selbst normalerweise vor den Latz knallst.
  4. Diesen Perspektivwechsel kannst Du Dir zunutze machen und wohlwollende, freundliche, mitfühlende Sätze für Dich selbst zu finden. Es geht nicht darum eine belastete Situation „weichzuspülen“ und zu überdecken. Es geht schlicht um eine annehmende Haltung Dir selbst gegenüber. Schwierige Situationen gehören zum Leben dazu und es gibt keinen Grund dafür sich dafür selbst zu verurteilen.

Das Wichtigste dabei ist, nicht so streng zu sich selbst zu sein. Wir können nicht erwarten, dass sich unsere Prägungen über Nacht ändern und wir ab sofort nur noch freundlich, wertschätzend und verständnisvoll mit uns sind. Es braucht die Erkenntnis, das sich auf die Schliche kommen, welchen Umgang wir mit uns selbst pflegen. Auch wenn wir Jahre geübt haben, werden wir trotzdem immer wieder in alte Muster zurückfallen und uns dann dafür auch wieder verurteilen😉.
Aber es lohnt sich in kleinen Schritten den Weg zu ebnen für einen besseren Umgang mit sich selbst und zu erkennen, dass wir mehr sind als das was wir meinen sein zu müssen.

Loslassen

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